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Exhibitions

Wrong Side of Midnight
Wrong Side of Midnight
Ein Projekt von Studierenden der Neuen Schule für Fotografie Berlin
Kuratiert von Eva Maria Ocherbauer

Eröffnung: Freitag, 14. Oktober 2011, 19 Uhr
15. Oktober - 27. November 2011, Mittwoch – Sonntag 14-19 Uhr
Forum der Neuen Schule für Fotografie Berlin, Brunnenstr. 188-190, 10119 Berlin

Mit Arbeiten von Edit Billinger, Ismini Goula, Boris Kramaric, Joe Kake, Constanze Kratzsch, Lisa Kunze, Laura Muthesius, Tanja Polz, Maria Jauregui Ponte, Lena Wessel und Nicolai Wolters.


Die Ausstellung Wrong Side of Midnight präsentiert Arbeiten von Studierenden aller Semester der Neuen Schule für Fotografie Berlin. In einem langen Prozess konzentrierten diese zusammen mit Eva Maria Ocherbauer ihre Aufmerksamkeit auf jeweils ein Bild. Von der Inszenierung bis zur experimentellen Abstraktion reicht die Spannweite der Ergebnisse. Allen gemeinsam ist die Beschäftigung mit dem Medium der Fotografie und die Frage nach den Möglichkeiten von Wirklichkeitsbeschreibung.



Edit Billinger, Ellen, 2011, Barytabzug, 50x50 cm

Edit Billinger begleitete fotografisch ein halbes Jahr lang Ellen, eine transsexuelle Frau. Es ist weniger ihre Verwandlung, die sie fasziniert, und die sie zeigen möchte, sondern die Weiblichkeit per se.




Ismini Goula, Portrait of a Girl, 2011, Installation, 6 Injektprints auf Kapa, 40x40x40 cm

Ismini Goula hat ein überraschendes Bild für eine Weisheit Albert Einsteins gefunden: “The distinction between past, present, and future is only a stubbornly persistent illusion.“ Auf einer alten Zeichnung entdeckte sie Gesichtszüge eines Kindes, die sie selbst vor Kurzem mit der Kamera festgehalten hatte - und zwar in derselben slovakischen Kleinstadt, in der auch der Zeichner Sokol Koloman vor 100 Jahren gearbeitet hat.




Joe Kake, Rio, 2009, Injektprint, 60x40 cm

Joe Kake ließ sich von dem Song “Bachelorette” der Sängerin Björk inspirieren:

I’m a fountain of blood / In the shape of a girl
You’re the bird on the brim / Hypnotised by the Whirl
Drink me, make me feel real / Wet your beak in the stream
Game we’re playing is life / Love is a two way dream.




Boris Kramiric, # 21 12 Kottbusser Tor Nr. 2, 2011, Pigmentdruck auf MDF, 110x215 cm

Boris Kramaric fotografierte während Bauarbeiten am Bahnhof Kottbusser Tor die freigelegten Wände des U-Bahnschachts und ermöglicht so einen Einblick hinter die gewohnte Oberfläche der Stadt.




Constanze Kratzsch, Under the open sky, 2011, Pigmentdruck, 66,31x100 cm

Unter freien Himmel ist alles möglich. Constanze Kratzsch hält eine lustige Begegnung fest und gleichzeitig einen Moment, der in seiner Konstellation einzigartig ist.




Lisa Kunze, Ohne Titel, 2011, Injektprint, 93,5x100 cm

Lisa Kunze inszeniert in ihrem Bild das Gefühl der innerlichen Befangenheit. Das Individuum sehnt sich nach Leichtigkeit und bricht aus in die Natur, um der Großstadt mit ihren geistigen und emotionalen Zwängen und Verwirrungen zu entfliehen. Die Frage ist natürlich, ob das überhaupt möglich ist, und ob man sich von diesen Fesseln tatsächlich befreien kann.




Laura Muthesius, Kosmisches Gedenken, 2011, Injektprint auf Aluminium, 80x120 cm

Die Serie “kosmisches Gedenken” von Laura Muthesius zeigt Grabsteine auf Berliner Friedhöfen, die eine große Bedeutung als Orte des Gedenkens haben. Durch die Auflösung ins leicht Unscharfe und Verschwommene weist die Fotografin darauf hin, dass die scheinbar so endgültigen und bewegungslosen Grabsteine kein Absolutum sind. Nicht nur die Verstorbenen, auch die eigene Trauer kann transzendieren und in den Kosmos übergehen.




Tanja Polz, Behind the Mirrors, 2010, C-Print, 30x20 cm

Tanja Polz reflektiert in ihrem Bild die Fremdwahrnehmung des eigenen Erscheinens und Charakters. Nur einzelne Teile einer Person werden ausschnitt-haft dargestellt, ein großer Teil des Körpers liegt außerhalb der Spiegelungen. Dies erinnert an die oftmals oberflächliche und lückenhafte Beurteilung eines Individuums durch andere Menschen.




Maria Jauregui Ponte, Ohne Titel (aus der Serie Wärme), 2010, Pigmentdruck, 100,2x102,6 cm

Die Bilder der Serie Wärme von Maria Jauregui Ponte experimentieren mit der Empfindlichkeit von SX 70 Filmmaterial in Bezug auf Temperaturänderungen während des Entwicklungsprozesses. Ausgangspunkt der Fotografien sind Polaroidaufnahmen von grauen Farbflächen, die nach der Belichtung hohen Temperaturen ausgesetzt wurden.




Lena Wessel, Please don´t ever be a stranger, 2011, Pigmentdruck, gerahmt, 80x80 cm

Die Arbeit von Lena Wessel beschäftigt sich mit der Angst vor dem Fremden im Vertrauten. Mit der Angst, diese Fremde eines Tages in dem zu finden was wir glauben zu kennen, was wir lieben. Von dem wir dachten, dass es immer Heimat bleiben würde.




Nico Wolters, Ohne Titel, 2009, Pigmentdruck, 43,3x57,7 cm

Die sich ausweitende Überwachung unserer Gesellschaft wird oft mit dem Argument der Sicherheit begründet, bedeutet aber auch massive Eingriffe in die Privatsphäre des Einzelnen. Darin sieht Nico Wolters eine nachhaltige Einschränkung der persönlichen Freiheit. Mittlerweilenicht gehören nicht mehr nur Projektilwaffen zum Waffensortiment der Mächtigen, sondern auch Kameras etc. zum Zweck des pauschalen Datensammelns.