Exhibitions
"When you read, you see"
Maria Beate Effertz, Stefanie Grebe, Holger Hertling, Hermann Loew,
Judith Schenk, Heike Steinweg, Johanna Wunderlich
Eröffnung: Freitag, 3. September 2010, 19 Uhr
4. - 25. September 2010
Mittwoch-Freitag, 14-18 Uhr
Forum der Neuen Schule für Fotografie Berlin
Brunnenstr. 188-190
10119 Berlin
"When you read, you see"
Dieses Zitat aus dem Essay "Yonder" (1995) von Siri Hustvedt lieferte den Titel eines Workshops unter der Leitung von Stefanie Grebe an der Neuen Schule für Fotografie 2008/2009. Im Seminar wurde die Verbindung von Literatur und Fotografie analysiert und die Fähigkeit, innere Bilder in Fotografien umzusetzen, geschult. Dabei wählte jeder Teilnehmer nach eigenen Vorlieben einen Text und produzierte davon ausgehend eine eigene fotografische Arbeit.
Entstanden sind sehr unterschiedliche Ergebnisse mit vielfältigen Ansätzen, von der reinen Textillustration und assoziativen Werken bis hin zu Bildern, die sich vom Ausgangstext gelöst haben und eigene, innere Bilder der FotografInnen umsetzen. Der Text ist teilweise Bestandteil der Arbeiten, teilweise nur noch über den Titel erkennbar.
Maria Beate Effertz setzt sich in Ihrer Arbeit "Vier Bilder" in einer Bild-Ton-Installation mit dem gleichnamigen Prosastück von Robert Walser auseinander. In den Werken dieses Autors, die häufig fragmentarisch anmuten und sich nicht in gängige literarische Formen fassen lassen findet Sie Verwandtes zu ihrem bildnerischen Arbeiten. Ihre Motivation besteht darin, die Zeichen und Erscheinungen der Welt zu übersetzen, und neben dem Offensichtlichen, leicht Auszumachenden und klar Symbolischem auch Gedanken, Erinnerungen und phantastische Vorstellungen auf eine mögliche Art sichtbar zu machen.
BeateEffertz
web.de***

In ihrer mehrteiligen Arbeit setzt sich Stefanie Grebe mit grundlegenden Wirkungsweisen des Poetischen auseinander. Sie zeigt assoziativ verknüpfte Fotografien unterschiedlicher Größe, in freier Anordnung und ungerahmt. Die Bilder beziehen sich auf Texte, die atmosphärische Wahrnehmungen beschreiben.
stefanie.grebe
ruhrmuseum.de***

"We live in Financial Times" lautet der Werbeslogan der gleichnamigen Zeitung. Jeder Bereich menschlichen Daseins scheint in Geld messbar und ausdrückbar zu sein. Die Arbeit „Financial Times“ von Holger Hertling zeigt den Versuch, einige Aspekte des weltweiten Finanzsystems mit den Mitteln der Fotografie, Literatur und Wirtschaftswissenschaft in einer Raumskulptur zu vermitteln. Große Glasobjekte mit Fototableaux und Währungssymbolen schweben frei im Raum und evozieren einen systemischen Raumeindruck zum Thema Finanzen.
www.Holger-Hertling.net
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In der Serie „Es geht uns gut“ interpretiert Judith Schenk einen Textauszug aus dem gleichnamigen Familienroman des österreichischen Schriftstellers Arno Geiger. In einem letzten inneren Monolog erzählt eine Romanfigur ihre Lebenserinnerungen. Diese Gedanken drückt die Fotografin in expressiven Schwarzweiß-Bildern aus.
www.judithschenk.de
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Heike Steinweg untersucht in ihrer künstlerischen Arbeit die Schnittstelle zwischen Sichtbarem und Wahrnehmbaren, die Grenzen von Malerei und Fotografie. Sie findet Orte und Momente, die als emotionale Projektionsfläche dienen. Die 4-teilige Arbeit „Letzte Riten“ wurde von einer Erzählung von Ian McEwan inspiriert. Es ist die Geschichte einer ersten Beziehung, in der totale Sprachlosigkeit herrscht. Die erzwungene Intimität des Zusammenlebens wird zum Belauern, die gelebte Intimität des Liebesakts führt zur Einsamkeit. Die Vision von einer Beziehung, die Liebe und Geborgenheit gibt, bleibt Illusion, wie wir seit der griechischen Tragödie wissen.
www.heikesteinweg.de
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Johanna Wunderlich illustriert mit fotografischen Assoziationen die Kurzgeschichte „Superman und Paula Browns neuer Schneeanzug“ von Sylvia Plath. Diese beschreibt die Erkenntnisse eines Kindes auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Dabei spielen Farben eine große Rolle.
www.wunderlichfotografie.de
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Hermann Löw bezieht sich in seiner Arbeit auf den Roman „ Der Ringschlüssel“ von Primo Levi, ein Roman über die Kunst des Zuhörens, des Weitererzählens und der Arbeit. Die Bühnen im Roman sind weltweite Großbaustellen. So unterschiedlich und abenteuerlich wie die Arbeitsituationen sind sind die Charaktere der Arbeiter.
Die gleichnamige Fotoarbeit zeigt Arbeiter im Berliner Umfeld, die, ebenso wie Primo Levi`s Protagonisten, von ihrer Arbeit und Arbeitsumgebung geprägt sind. Über die Möglichkeit des langen schamlosen Blickes wird es dem Betrachter überlassen zu entscheiden, mit welchem Stolz oder Qual die Abgebildeten ihr „täglich Brot“ verdienen. Vielleicht finden sich in diesen Gesichtern auch Spuren des täglichen „Abenteuers“, welches oft abgeschirmt und nicht direkt einsehbar in einer städtischen Parallelwelt stattfindet. Hermann Loew ist in der Welt der Handwerker aufgewachsen, und empfindet sich als einer von „ihnen“.
Hermann.Loew
gmx.net***
