Aktuelles
26.11.2009
Artikel über die Abschlussarbeit von Kathrin Holighaus im Onlinemagazin der Süddeutschen Zeitung
Artikel über die Abschlussarbeit von Kathrin Holighaus im Onlinemagazin der Süddeutschen Zeitung

Foto: Fachklasse Eva Bertram
Wir freuen uns, die zweite Ausstellung im Forum der Neuen Schule für Fotografie Berlin bekannt zu geben:
Tatort Brunnenstraße
Eröffnung: Freitag, 12. März 2010, 18 Uhr
13. März - 8. Mai 2010, Dienstag - Samstag, 14-18 Uhr
Forum der Neuen Schule für Fotografie, Brunnenstr. 188-190, 10119 Berlin
Die Brunnenstraße liegt direkt vor der Tür der Neuen Schule für Fotografie. Als heterogenes Spannungsfeld zwischen Berlin-Mitte und dem Wedding liefert sie ein spannendes beispielhaftes Portrait einer Stadt, die sich im ständigen Wandel befindet. Was jedoch passiert in dieser Straße und wodurch zeichnet sich dieser Wandel aus? Sucht man jenseits bekannter Gentrifizierungsklischees und Immigrationsdebatten nach einer Antwort, trifft man schnell auf überraschende Widersprüche. Die Gegend wird „unbeschreibbar“ und verschwimmt vor dem Beobachter, je mehr er gewisse Indizien zu fokussieren sucht.
Ohne weitere Vorgaben stellte die Dozentin Eva Bertram ihren Studierenden die Aufgabe, die Nachbarschaft ihrer Schule fotografisch zu erkunden. Die offene Aufgabenstellung verpflichtete die Studierenden zu einer konzeptuellen und visuell stringenten Herangehensweise und spiegelt sich in sehr unterschiedlichen Umsetzungen wider:
Jan Wirdeier zeigt in der Gegenüberstellung zwischen amateurhaftem Fotobild und Filmloop das zur Pose stilisierte Gebaren von Hausbesetzern und der Ordnungsmacht am Beispiel des 24. Novembers 2009, als das Haus Nr. 183 geräumt wurde.
Im gleichen Haus befand sich auch der Umsonstladen bzw. „Giftladen“, den Giovanna Schulte-Ontrop fotografierte und nun geisterhaft anmutenden Spurenbildern in der Straße gegenüberstellt.
Mehdi Bahmed dokumentiert anhand inszenatorischer Fotografie, dass auch das Innenleben der Neuen Schule für Fotografie sowie Bilder seiner eigenen Träume zum „Tatort“ Brunnnenstraße gehören.
Cameron Scott benutzt die Tiefkühltruhe als Vorstufe des fotografischen Dokuments, indem er Fundstücke auf der Brunnenstraße sammelt und diese zunächst einfriert. In der fotografischen Reproduktion dieser Objekte gewinnt er ein Archiv von „Indizien“.
Juliane Apel erweitert das Thema auf eine „Brunnenstraße“ in Halle an der Saale, die der hiesigen Entwicklung zum dynamischen Chic im Mitte-Teil diametral gegenübersteht.
Diesen Chic wiederum thematisiert Tobias Wirth in seinem Ansatz, sich gänzlich von der Auseinandersetzung mit der Straße selbst zu entziehen. In seinen Modefotos projeziert er die Entwicklungen in der Brunnenstraße in das Fotostudio der Neuen Schule.
Als einziger Bewohner der Brunnenstraße erstellte Said Sennine aus Algerien eine Portraitreihe, in der er Ladenbesitzer und Bewohner vorstellt.
Anna Broermann vergleicht anhand eines konkreten Beispiels mit präzisen, vergleichbaren Kamerastandpunkten das Verschwinden eines Trödelladens zugunsten einer Galerie.
Jakob Wierzba reflektiert die optische Irritation zwischen zweidimensionalem Bild und dreidimensionaler Wahrnehmung im Fotobild selbst, wobei die Brunnenstraße wie jeder andere Ort nur stellvertretende Funktion haben kann.
