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Veröffentlichungen von Tobias Wirth
Editorial im String Magazine, 19. Juli 2011
Editorial im String Magazine, 19. Juli 2011
Tobias Wirth schloss sein Studium an der Neuen Schule für Fotografie im Oktober 2010 ab und kann für das Jahr 2011 schon zahlreiche Veröffentlichungen in zahlreichen renommierten internationalen Magazinen, wie zum Beispiel der VOGUE Italy (Photovogue), präsentieren:

http://stringmagazine.ca/the-foreigners-photographed-by-tobias-wirth/

http://www.vogue.it/photovogue/Portfolio/a5d04f0f-50fe-4d2b-b021-a55fdbe69881/Fullscreen

http://www.vogue.it/photovogue/Portfolio/d4b1179a-4950-49da-9dea-1eddd192b27d/Image

http://www.blend.nl/black-breeze-by-tobias-wirth/



Webseite der VOGUE Italy (Photovogue)
chessocampo.blogspot über Susanne A. Friedel
Susanne A. Friedel, aus der Serie "Workers", 2010
Susanne A. Friedel, aus der Serie "Workers", 2010
http://chessocampo.blogspot.com/2011_03_01_archive.html

Mittwoch, 9. März 2011
von Christina Felschen

Ballett der Bauarbeiterinnen
Susanne A. Friedel portraitiert starke Frauen in Addis Abeba


(...)

Für eine Fotosekunde verharren die Frauen in ihrer anstrengenden Arbeit: Ein nachdenklicher, fast transzendenter Moment entsteht. Der karge Rohbau, die improvisierten Zementtragen, die klobigen Schuhe – ihre Blicke lassen all das hinter sich und verlieren sich im Irgendwo ihrer Gedanken. Mit der Arbeit „Workers“ sind Susanne A. Friedel sensible Portraits von Frauen gelungen, die uns EuropäerInnen die Sprache verschlagen. Bauarbeiterinnen – gibt es dieses Wort hierzulande überhaupt? Und wer hätte sie sich so vorgestellt?
Die Berliner Fotografin begegnete ihnen auf einer Baustelle in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Weibliche „Workers“ sind dort kein seltenes Bild. Und doch entwickeln sich auf den Baustellen klassische Geschlechterrollen: Tätigkeiten, die Wissen und Erfahrung erfordern, bleiben meist Männern vorbehalten. Frauen sind für die körperlich oftmals anstrengenderen (Hilfs-)Arbeiten zuständig, etwa für den kontinuierlichen Nachschub von Zement. Unabhängig von Qualifikation und Erfahrung verdienen sie weniger als ihre männlichen Kollegen – aber immer noch mehr als Frauen in klassisch „weiblichen“ Berufen.
Doch Friedels Portraits handeln nicht von Unterdrückung. Die einheitliche Arbeit hat diese Frauen nicht vereinheitlichen können: Das spärlich einfallende Licht trifft hier auf Persönlichkeiten. Jede hat ihre eigene Art den Schleier zu tragen, ihre eigene Nachdenklichkeit, ihren eigenen Stolz. Die jungen Frauen bringen Leben und Bewegung in die halbfertigen Räume. Wie in einem modernen Ballett lehnen sie an einer nackten Betonwand, ihre fleckigen Arbeitspullis tragen sie wie den feinsten Stoff. Die jungen Arbeiterinnen hadern nicht mit ihrem Schicksal, ihre Gesichter sind unverbraucht – noch scheint alles möglich.
Mit Frauen in klassischen Männerberufen beschäftigte sich Friedel bereits in ihrer Magisterarbeit, in der sie anhand von Bildmaterial untersuchte, wie Geschlechterrollen in der israelischen Armee konstruiert werden. Die 30-Jährige erkannte Bilder als Medium, das eine Gesellschaft repräsentiert, und verschrieb sich daraufhin der Dokumentarphotographie. Ihre Portraitserie entstand im Rahmen des dreiwöchigen Austauschprojektes „Watching You Watching Me“ zwischen der Fotoschule D.E.S.T.A. for Africa in Addis Abeba und der Neuen Schule für Fotografie Berlin.
Bilder von Susanne A. Friedel in "Berliner Zustände 2010"
Susanne A. Friedel, aus der Serie "No Gender No Trouble", 2010
Susanne A. Friedel, aus der Serie "No Gender No Trouble", 2010
"Berliner Zustände 2010 – Ein Schattenbericht über Rechtsextremismus, Rassismus und Antifeminismus" (07.06.2011)

http://www.mbr-berlin.de/Aktuelles/926.html (mit Link zum Download)

Zum fünften Mal analysieren Berliner Projekte, Initiativen und WissenschaftlerInnen die „Berliner Zustände“ und geben damit einen Einblick in ihre tägliche Arbeit. Mit dem Schattenbericht möchten die Herausgeber/innen, das apabiz e.V. und die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin, eine Alternative zu staatlichen Sichtweisen bieten und die aus ihrer Sicht wesentlichen Entwicklungen und Tendenzen in Berlin in den Blick nehmen.
(...)

Der Schattenbericht 2010 ist bebildert mit Fotografien der Berliner Fotografin und Studentin der Neuen Schule Susanne A. Friedel: „Meine Serie ‚No Gender No Trouble‘, für die ich Menschen auf der Straße portraitierte, zeigt diese in ihrer Uneindeutigkeit hinsichtlich existierender Geschlechterzuschreibungen. Indem die Abgebildeten sich unserem alltäglich praktizierten „Geschlechter-Scanning“ widersetzen, ensteht ein irritierendes Moment. Die dabei verwendeten Kategorien erscheinen auf einmal problematisch.“